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Alt 02.07.2008, 13:22   #1
bayern-bazi
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Standard Hair

Back in the Time – mit Hair zurück in die Flower Power Zeit der Sechziger

Wenn weiße Leute Schwarze zu den Gelben in den Krieg schicken um das Land zu verteidigen das sie den Roten abgenommen haben – so lautet der zentrale Botschaft im Musical Hair das zur Zeit auf der Bernauer Seebühne durch das Ensemble des Arena Theaters aus Xanten aufgeführt wird.

Die Geschichte spielt im Amerika in den Sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts – Amerika ist gerade im Vietnam Krieg, Martin Luther fordert die Gleichberechtigung, John F. Kennedy ist Präsident und auf den Straßen trifft man auf die ersten Hippies, die mit farbenfroher Kleidung und langen Haaren sich gegen den Krieg auflehnen. In der ersten Szene des Musicals kommt man in ein Konzert der Hippi - Band >the Tri-be<, daß sie zu Ehren von Nelson Mandela geben. Zentrales Thema ist hier Frieden - Freiheit und Gerechtigkeit The Tribe verkündet ein neues Zeitalter – das Zeitalter des Wassermannes mit dem wohl bekanntesten Song aus dem ganzem Musical – AQUARIUS. Boß von >the Tribe< ist Berger – ein langhaariger Sänger – dargestellte durch den Amerikaner Brady Swenson – singt hier den Titelsong HAIR – der darüber spricht, das jeder Mensch die Freiheit haben sollte, sein Aussehen selber zu bestim-men. Der Homosexuelle Musiker Woof – gespielt durch Lauri Liv, singt in diesem Teil des Konzertes >Sodomy< - auch schmutzige Dinge können Spaß machen und das farbige Bandmitglied Hud – die Rolle wurde hervorragend von dem Briten Leroy Charlery interpretiert – gab mit >Colored Spade< ein eindringliches Statement zum Thema Schwarzsein und Rassismus ab. Claude dargestellt von dem Esten Koit Toomie– ein Junge vom Land kommt auf das Konzert und lernt dort Sheila ein Mäd-chen aus reichem Haus– gespielt von Jenny Nordqkvist, kennen und verliebt sich in sie. Als Claude seine Wehrerfassungsbescheid bekommt und daß seinen Freunden von der Band mitteilt versuchen sie ihn mit >White Boys< zu trösten – ihm selber wird aber bewußt, wenn der zur Army geht, ist es sein sicherer Tot. In seiner Phantasie sieht er Menschen zu Kriegsmaschinen werden – die Wandlung vom Zivilisten zu Soldaten auf der Bühne mit ablegen der Kleidung und anziehen der Uniformen war sehr gut gemacht – und für manch weiblichen Zuschauer eine abwechslungsreiche Sache – weil sich hier mal die Herren der Schöpfung komplett entkleideten. Danach war dann Ende vom ersten Akt und eine kurze Pause.
Der 2. Akt begann mit einer Rückblende auf Martin Luther King seine berühmte – I Have A Dream Rede – und einem Heiratsantrag von einem weißen Jungen an seine farbigen Freundin mit dem Song >Happy Birthday Abie Baby<. Auf den Straßen fei-ern Krischna Anhänger die Liebe und den Frieden mit dem Kultsong > Hare Krischna – Hare Rama<. Bei einer Party in Sheilas reichen Elternhaus. Sheila hat dazu die Freunde aus der Band auch eingeladen, kommt es zu einem Eklat zwischen den sich zu ihrem anders sein bekennenden der Hippies und der feinen Gesellschaft. Claude, der sich auf seinen Abmarsch in den Vietnamkrieg vorbereitet steht etwas daneben und fühlt sich dabei ausgegrenzt. Zum Abschied verschenkt er noch an jeden seiner Freunde ein paar Kleinigkeiten und the Tribe versucht sie mit dem Song >Dead End< zu trösten. Sheila verabschiedet sich mit >Good Morning Starshine< und dann muß er in den Krieg, wo er im Kampf getötet wird, und als unsichtbarer Geist zurück-kommt um an seiner Beerdigung teilzunehmen, und mitzubekommen wie sich die anderen von ihm verabschieden und ihm die letzte Ehre erweisen. Sein Sarg war beschriftet mit „Claude Hooper Bukowski – er verstand nicht weshalb er starb“ die Freunde verabschiedeten sich mit einem der größten Hits – nicht nur aus diesem Musical sondern der gesamten Flower Power Bewegung >LET THE SUNSHINE lN<.

Gott sei Dank hat zu diesem Zeitpunkt die Aufführung nicht geendet, sondern die knapp 30 Mitwirkenden auf der Bühne haben noch mal die besten und schönsten Titel wiederholt, damit die Besucher nicht traurig die Seebühne verlassen. Bemer-kenswert ist auch, daß es knapp 40 Jahre nach der Uraufführung des Musicals noch immer nichts Aktualität eingebüßt hat. Noch immer gibt es Krieg – Rassismus oder werden Leute wegen ihrer Religion oder Sexualität verfolgt und angefeindet. Nach-denklich hat auch die Szene aus dem Krieg gemacht, als auf einmal die ganze Büh-ne mit Grabkreuzen von gefallenen Soldaten dekoriert war. Zum Ensemble sei ge-sagt, sie haben die Musik und den Stoff sehr gut zum Publikum rüber gebracht und mit viel Abwechslung auf der Bühne agiert, auch hat mir die Spätere Anfangszeit ge-genüber Aufführungen in den Vorjahren besser gefallen, da dadurch die Lichteffekte wesentlich besser und früher zur Geltung gekommen sind.



H.K.
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